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Zecken entfernen: Prävention und Erste Hilfe bei Zeckenstichen


1. Grundsätzliches

2. Videolektion

3. Prävention

4. Zecken entfernen




1. Grundsätzliches

Die Zecke ist ein weltweit verbreitetes Spinnentier und da die Zecke ein Parasit ist, lebt sie vom Blut anderer Tiere und eben auch von Menschenblut. Wird ein Mensch von einer Zecke befallen ist dabei nicht der entstehende Blutverlust das Problem, die Gefahr besteht in der Übertragung von gefährlichen Krankheitserregern. Ist die Zecke mit Krankheitserregern infiziert, kann also ein an sich harmloser Zeckenstich schnell zur großen Gesundheitsgefahr werden.

Es gibt insgesamt über 50 Krankheiten, die weltweit durch einen Zeckenstich übertragen werden können. In Deutschland sind vor allem zwei davon relevant. Hierbei handelt es sich erstens um die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis, auch bekannt unter der Abkürzung FSME, und zweitens um die Borreliose.

Bei der FSME handelt es sich um eine Viruserkrankung, die verschieden schwer verlaufen kann. Das Virus kann dabei die Hirnhaut und das zentrale Nervensystem des Menschen angreifen und in schweren, aber auch seltenen Fällen, bis zum Tod führen. In Deutschland wurden im Jahr 2015 ingesamt 219 Fälle von FSME gemeldet. Verhältnismäßig betrachtet erkranken also glücklicherweise sehr wenig Menschen wirklich daran. Dennoch sollte man sich vor allem in FSME Risikogebieten gegen diese Krankheit schützen. Auch wenn wir von Notfall ABC grundsätzliche keine Impfberatung anbieten, wollen wir doch an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass man sich gegen FSME impfen lassen kann und auch, dass diese Impfung ausdrücklich von der ständigen Impfkommission für alle Menschen in Risikogebieten empfohlen wird.

Erkrankt ein Mensch an der FSME treten typischerweise nach einem Zeitraum von ca. sieben bis 14 Tagen nach dem Zeckenstich erste Symptome auf. Die FSME beginnt mit grippeartigen Beschwerden wie leichtem Fieber, Kopf- und Gliederscherzen, aber auch Erbrechen und Schwindelgefühl. Bei einem Teil der Erkrankten ist die FSME nach dieser ersten Phase überstanden. Bei etwa 70% der Erkrankten befällt das Virus nach einem fieberfreien Intervall von ungefähr 2 Wochen das zentrale Nervensystem. Es kommt zu einer Meningitis, also einer Hirnhautentzündung, mit Nackensteifigkeit, starken Kopfschmerzen und hohem Fieber. In den meisten Fällen heilt die Meningitis auch nach dieser zweiten Phase nach einigen Tagen folgenlos aus.

Die Borreliose ist die am häufigsten durch Zecken übertragene Krankheit. Momentan geht man davon aus, dass in Deutschland mehrere 10.000 Menschen im Jahr an Borreliose erkranken. Das große Problem der Borreliose ist, dass die Symptome sehr vielfältig sein können, weshalb es oftmals sehr schwierig ist eine Borreliose zu diagnostizieren.

Ein typisches Symptom für eine Erkrankung ist die sogenannte Wanderröte. Hierbei handelt es sich um eine ringförmige Hautrötung, welche einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich, rund um die Einstichstelle sichtbar werden kann. Übrigens die Wanderrötung tritt nicht bei allem Borreliose Patienten auf. Daher sollten Sie in den Tagen nach einem Zeckenstich auch auf Allgemeinsymptome, wie allgemeine Erschöpfung, Fieber, aber auch Kopfschmerzen achten, da diese in einem frühen Stadium auch auf eine Borreliose hindeuten können.

Leider gibt es derzeit noch keine Impfung gegen Borreliose. Da sie eine bakterielle Erkrankung ist, kann sie jedoch im Frühstadium sehr gut mit einem geeigneten Antibiotikum behandelt werden. Die Borreliose kann leider auch chronische Verlaufsformen annehmen. Darauf möchten wir in diesem Beitrag jedoch nicht eingehen, da diese Verläufe meist äußerst kompliziert und vielseitig sind. Beide Krankheiten, also sowohl die FSME, wie auch die Borreliose, sind nicht ansteckend.



2. Videolektion

Mehr über dieses Thema erfahren Sie in unserem Online-Kindernotfallkurs. Im nachfolgendem Video stellen wir Ihnen einige Auszüge daraus vor.

Bitte beachten Sie , dass es im Notfall darauf ankommt, dass Sie Ihr Wissen auch praktisch anwenden können. Daher empfehlen wir Ihnen zusätzlich zu diesem Beitrag unbedingt einen unserer Online- oder Live- Notfallkurse bzw. Kindernotfallkurse zu absolvieren.



2. Prävention

Wie können sie sich nun sinnvoll vor diesen Biestern schützen? Tragen Sie, wenn sie sich durch Sträucher und hohes Gras bewegen, geschlossene Schuhe und achten Sie darauf, dass Arme und Beine möglichst vollständig bedeckt sind. Dies ist sehr wichtig, da sich Zecken besonders gerne im Unterholz oder Gebüsch und auch in hohen Gräsern und losem Laub aufhalten.

Wir empfehlen Ihnen zusätzlich, dass Sie sofern Sie sich in Wäldern oder Wiesen aufhalten, zeckenabweisende Mittel zum Schutz auf die Haut auftragen. Dabei sollten Sie jedoch beachten, dass die Wirkung dieser Mittel zeitlich begrenzt ist und eben auch keinen vollständigen Schutz bieten.

Auch wenn Sie diese ersten beiden Tipps beherzigen, suchen Sie trotzdem im Anschluss an einen Aufenthalt in der Natur ihren Körper gründlich nach den kleinen Blutsaugern ab. Da Zecken vor allem warme und weiche Hautstellen bevorzugen, sollten Sie besonders gründlich in den Kniekehlen, in den Leisten, unter den Achseln, sowie am und auf dem Kopf suchen. Die aktive Suche ist sehr wichtig, da Zecken über ihren Speichel ein Betäubungsmittel übertragen, was wiederum dazu führt, dass Sie den Stich selbst nicht bemerken.



3. Zecken entfernen

Was ist zu tun, wenn sich nun doch mal ein solches Tier an Ihnen festgesaugt hat? Wichtig ist vor allem die Zecke möglichst schnell zu entfernen. Je schneller Sie die Zecke entfernen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Krankheitserregern.

Zur Entfernung selbst gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Bitte entfernen Sie diese nicht mit Alkohol, Öl, Klebstoff oder über andere ähnliche abenteuerliche Methoden, denn diese können eine Übertragung von Krankheiten begünstigen.

Wichtig bei der Entfernung von Zecken sind vor allem zwei Dinge. Erstens, dass die Zecke möglichst hautnah gegriffen wird. Dies verhindert das Zerquetschen der Zecke und somit, unter Umständen, eine Übertragung von Krankheitserregern. Außerdem ist wichtig, dass die Zecke nicht mit einem kräftigen Ruck, sondern langsam und kontrolliert, in einer Bewegung, entfernt wird.

Auf Grund dieser beiden Regeln empfehlen wir Ihnen zur Entfernung einer Zecke, ausdrücklich, eine sogenannte Zeckenkarte. Eine solche Karte hat einen oder mehrere verschiedengroße v-förmige Einschnitte. Sie können die Zecke nun ganz einfach mit einer der Aussparungen, in einer gleitenden Bewegung, herausschieben. Übrigens: Sollten kleine Teile der Zecke in der Haut verbleiben, keine Panik, diese werden nach kurzer Zeit vom Körper von selbst abgestoßen.

Sofern Sie noch keine Zeckenkarte haben schicken wir Ihnen übrigens gerne eine zu. Kontaktieren Sie uns dazu einfach per Mail oder Facebook.

Nach der Entfernung der Zecke sollten Sie die Einstichstelle desinfizieren. Sollte sich die Rötung an der Einstichstelle nicht zurückbilden, sich ausbreiten oder entzünden sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Haben Sie die Zecke erfolgreich entfernt, bleibt noch die Frage was sie nun mit dieser tun sollen. Auch hier gibt es wieder jede Menge verschiedene Empfehlungen. Wir empfehlen Ihnen, auch wenn es etwas hart klingt, die Zecke zu zerdrücken. Schließlich soll diese in Zukunft keine Gefahr mehr für Menschen oder andere Tiere darstellen. Wickeln Sie diese am besten vorher in ein Papier ein und achten sie darauf, dass Sie nicht in Kontakt mit Körperflüssigkeiten der Zecke kommen.


Der Zeckenstich: Nicht gerade ein lebensbedrohlicher Notfall, aber doch mit möglichen Gefahren verbunden über die Sie Bescheid wissen sollten. In diesem Beitrag erfahren Sie alles über Prävention und Erste Hilfe bei Zeckenstichen.