Häufige Fragen

Zu dieser Lektion


1Soll ich, wenn ich mit dem Kind alleine bin, im Falle eines Herzstillstandes zuerst den Notruf wählen oder mit der Wiederbelebung beginnen?

Die medizinisch relevante Leitlinie für diesen Notfall empfiehlt die Wiederbelebung für eine Minute durchzuführen, anschließend den Notruf zu wählen und dann sofort die Wiederbelebung fortzuführen.

Ob du im Notfall in der Lage bist, so rational zu handeln, darf in Frage gestellt werden. Wichtig ist, dass das Kind so schnell wie möglich mit Sauerstoff versorgt wird, aber eben auch, dass so schnell wie möglich professionelle Hilfe kommt.

Ein Kompromiss könnte die Lautsprechfunktion deines Handys ermöglichen: Wenn du in der Lage bist, per Lautsprecher den Notruf per Lautsprecher durchzuführen und parallel dazu bereits mit der Wiedebelebung zu beginnen, wäre dies sicherlich die beste Vorgehensweise.

2Ich habe gehört, dass man erwachsene Menschen in diesem Fall nicht mehr beatmen muss, warum legt ihr beim Kind so viel Wert auf die Beatmung?

Es ist richtig, dass der Beatmung beim Erwachsenen Menschen mit Herzstillstand zunehmend weniger Beachtung geschenkt wird. Dies gilt natürlich nur für die Erste-Hilfe. Im professionellen Bereich wird auch der erwachsene Patient kontinuierlich beatmet, da die Sauerstoffversorgung natürlich sehr wichtig ist.

Grund für diesen Paradigmenwechsel in der Ersten-Hilfe ist, dass sehr viele Ersthelfer die Wiederbelebung gar nicht erst durchführen, weil sie vor allem die Mund-zu-Mund-Beatmung scheuen. Für diese Fälle ist es natürlich viel besser, wenn zumindest die Herz-Druck-Massage durchgeführt wird, da das Blut der betroffenen Personen auch nach einem Herzstillstand noch mit Sauerstoff gesättigt ist. Allerdings wird der Sauerstoff auch beim Erwachsenen Patienten während der Herzdruckmassage schnell verbraucht und spätestens der gerufene Rettungsdienst muss dann mit der Beatmung beginnen.

Bei Kindern sieht dies etwas anders aus: Je jünger ein Mensch ist, desto weniger Sauerstoffreserve hat dieser zur Verfügung. Zum Beispiel ein Säugling hat so gut wie keine Sauerstoffreserve (das ist übrigens auch der Grund, warum sich die Haut von Säuglingen bei Sauerstoffmangel schneller blau färbt, als die von Erwachsenen) und benötigt daher auch sofort Sauerstoff.

Für Kinder gilt also: Unbedingt auch Beatmen. Das Drücken auf den Brustkorb alleine reicht nicht aus.

3Können bei der Wiederbelebung Rippen brechen?

Ja das ist gut möglich. Der knöcherne Brustkorb eines Menschen ist in der Regel nicht stark genug, um eine ausreichend tief durchgeführte Herzdruckmassage zu kompensieren. Dennoch sollte unbedingt ausreichend tief gedrückt werden, da eine mögliche Verletzung von Rippen oder Brustbein in Vergleich zum eigentlichen Problem, so gut wie unbedeutend ist.

Auch wenn etwas bricht gilt: Unbedingt weitermachen und nicht aufhören! Die Wiederbelebung ist für ein Kind in diesem Zustand die letzte Überlebenschance und ist die wichtigste Maßnahme, um bleibende Folgeschäden nach einem solchen Fall zu minimieren.

4Wann macht es keinen Sinn mehr die Wiederbelebung zu beginnen?

Grundsätzlich gilt: Im Zweifel unbedingt sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen!

Dass die Haut eines Kindes in einem solchen Falle kalt und blau verfärbt ist, ist definitiv kein sicheres Todeszeichen. Es gibt nur sehr wenige Zeichen, die als sichere Todeszeichen gewertet werden können. Dies sind hauptsächlich:

  • Leichenstarre
  • Leichenflecke
  • Verletzungen, die nicht mit dem Leben vereinbar sind

 

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